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Eine fast verschwundene Rebsorte erlebt eine Renaissance
Vor etwa 200 Jahren brachte Ökonomierat Bronner Saint Laurent Reben aus dem Elsass nach Deutschland,
genauer: nach Baden - Württemberg. Dessen Sohn, der Rebveredler Carl Bronner, sorgte für eine gewisse
Verbreitung der Sorte. Ob im Elsass die Heimat des Saint Laurent festzumachen ist oder in einem anderen
Teil Frankreichs, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Ihren Namen erhielt die rote Traubensorte
möglicherweise durch den Kalenderheiligen St. Laurentius. Er gilt im übrigen auch als Schutzpatron
der Köche. Dessen Gedenktag fällt zumindest mit dem Beginn der Traubenreife des Saint Laurent
(10. August) zusammen. Der Saint Laurent wurde lange Zeit als Spielart des Spätburgunders eingeordnet,
doch neuerdings wird er als eigenständige Rebsorte apostrophiert.
Bedeutung
Heute liegt das Hauptverbreitungsgebiet des Saint Laurent in Österreich.
Einem Südpfälzer Winzer ist es wohl zu verdanken, dass die wertvolle Rebsorte auch in
Deutschland erhalten blieb und nun eine Renaissance erleben darf. Der vermutlich letzte
in Deutschland noch vorhandene Rebstock wäre beinahe in den sechziger Jahren in der
Rebschule Rhodt ausgehackt worden. Nach einigen Jahren der Erhaltungszüchtung hatten die
Rebschulen wieder Pflanzmaterial. Seitdem wächst die Saint Laurent - Fläche beständig.
Etwa zwei Drittel davon haben Pfälzer Winzer angelegt. Bundesweit waren 2001 350 Hektar
mir der edlen Rotweinsorte bestockt. Eine weiter anhaltende Verbreitung ist absehbar.
Anbau Die Sorte treibt früh aus (Gefährdung durch Maifröste) und reift zeitig.
Insofern werden nur mittlere Lagen beansprucht. Allerdings lassen kühle Lagen die Säurewerte
auf zu hohem Niveau verharren. Tiefgründige Böden sind ebenso geeignet wie kalkhaltige.
Eine weiträumige, luftige Erziehung verhindert zu frühe Traubenfäule. Dadurch kann die
Säure von 8 bis 10 Promille bei längerem Zuwarten im Herbst am Stock noch etwas abgebaut werden.
Der Ertrag fällt mit 70 bis 80 hl/ha mittel aus. Das durchschnittliche Mostgewicht erreicht
beachtliche 80 Grad Oechsle.
Ausbau/Geschmack
Hochgrädige Moste mit guten Extrakt- und
Säurewerten lassen meist kräftige und gleichzeitig frisch - fruchtige Rotweine entstehen.
Verschiedentlich werden höhere Qualitäten auch im Barrique ausgebaut.
In der Farbe sind sie tiefrot. Mitunter lassen sich in den fruchtigen Weinen Aromen von
Holunderbeeren oder von Wildkirschen erkennen.
Genuss
Da in den meisten Fällen die Winzer die Rebsorte als Ergänzung ihres gehobenen
Rotweinangebots sehen, handelt es sich bei den Saint Laurent Weinen meist um
anspruchsvolle Tropfen, die sich gut zur Sonntagstafel eignen. Je nach Fruchtigkeit
und Dichte passen sie eher zu leichteren oder kräftigeren Gerichten bis hin zu Wild und reifem Käse.
© Deutsches Weininstitut • www.deutscheweine.de
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